Von:
Silke Lechner

e-kraeftig.de

Ein mir besonders wichtiger Bibeltext handelt von kräftigen Frauen. Im 2. Buch Mose 1, 15-22 geht es um zwei Hebammen, die vom Pharao den Befehl bekommen, alle hebräischen männlichen Neugeborenen zu töten. Weil sie an Gott glauben, führen sie den Befehl aber nicht aus. Es ist ihnen klar, dass kein Herrscher der Welt über Leben und Tod entscheiden darf. Dies ist Sache Gottes.

Indem sie den Befehl verweigern, setzen sie ihr eigenes Leben aufs Spiel. Aber als der Pharao sie zur Rede stellt, haben sie eine so schlaue Ausrede, dass der nicht anders kann, als sie laufen zu lassen. "Die hebräischen Frauen sind so kräftig, dass sie ihre Kinder immer schon geboren haben, wenn wir herbeigeeilt kommen.", sagen sie.

Der Glaube an Gott ist hier der Auslöser, dass diese beiden Frauen den Mut zu dieser faszinierenden Aktion zivilen Ungehorsams haben. Der Glaube gibt ihnen Kraft in dieser Situation. Und mit dieser Kraft werden sie kräftig, kraftvoll. Kraftvoll genug, um ihre Angst vor dem Pharao zu überwinden.

Das Verständnis, dass man durch die Erfahrung der Liebe Gottes kräftig wird, scheint mir typisch evangelisch. Wir müssen uns die Liebe Gottes nicht erst durch kraftvolle Taten verdienen. Anknüpfend an die Losung des Kirchentages 2007 ist daher eine mir wichtige Botschaft: Das Wort Gottes „ist“ nicht nur kräftig, es „macht“ auch kräftig.